Warsaw Ghetto Uprising

„Hate is easy. Love demands an effort“

Marek Edelman, last surviving leader of the Uprising

Vor 76 Jahren begann der Aufstand im Warschauer Ghetto. Und, so schrieb später Marek Edelmann, einer der ganz wenigen Überlebenden: »Der erste Tag des Aufstandes gilt als der erste vollkommene Sieg über die Deutschen.« Erst Ende 1942 war es gelungen, mehrere jüdische Untergrundorganisationen zu vereinen und eine Kommission zur Koordinierung des Widerstands zu bilden. »Es ging nur darum, die Art des Sterbens zu wählen«, sagte Edelmann kurz vor seinem Tod 2009. »Es ging darum, sich nicht abschlachten zu lassen. (…) Es ist eine große Sache, wenn man ohne Kraft und Hoffnung kämpft.« Ganzer Artikel zum nachlesen.

Karl Jaspers

Existenzphilosophie

Freiheit des Willens und aktives Handeln.

Existenzielle Kommunikation

Sich seinem Schicksal fügen, – nein, danke, nicht mit Karl Jaspers. 1938 musste er dafür sein Lehrstuhl an der Uni Heidelberg räumen. Im Gegensatz zu Heidegger hat sich Karl Jaspers nie von unterdrückerischen Totalirismen und menschenverachtender Ideologie der Nazi Schergen verführen lassen.

Karl Jaspers (1883 1969) sein Denken galt der Orientierung in einer zutiefst verfremdeten Welt.

Studenten, die aus meinen Reden nicht klug werden, nie herausbekommen, ob ich nun „links“ oder „rechts“ stehe, sage ich: I want to confuse you. This is the beginning of all political wisdom.

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Tüchtigkeits-Ehrgeiz

Und schließlich gab es da einen seltsamen, sehr deutschen Ehrgeiz, der plötzlich zu spielen begann, ohne dass wir es selbst so recht merkten: nämlich einen abstrakten Tüchtigkeits-Ehrgeiz, den Ehrgeiz, eine Sache, die einem aufgegeben wird, auch wenn sie völlig sinnlos, unverständlich und sogar demütigend ist, so gut wie möglich zu machen, so tüchtig, sachlich und gründlich wie nur denkbar auszuführen. Schränke putzen sollten wir jetzt? Marschieren? Singen? Es war zwar blödsinnig, aber gut, wir wollten zeigen, daß wir Schränke putzen konnten, wie kein professioneller Schrankputzer, und marschieren, wie alte Soldaten, und so zackig singen, dass sich die Bäume bogen. Diese Verabsolutierung der Tüchtigkeit ist ein deutsches Laster; die Deutschen halten sie für eine Tugend. Jedenfalls ist sie eine der tiefsten deutschen Eigenschaften. Wir können nicht anders. Wir sind die schlechtesten Saboteure der Welt. Was wir machen, müssen wir erstklassig machen, keine Stimme des Gewissens oder der Selbstachtung kommt dagegen auf. Darin, die Sache, die wir gerade machen, gut zu machen – ganz gleich was es ist; eine anständige und sinnreiche Arbeit; ein Abenteuer; oder ein Verbrechen, – finden wir eine tiefe lasterhaft-beglückende Betäubung, die uns jeden Gedankens an den Sinn und die Bedeutung dieser Sache, die wir da gerade tun, überhebt. „Aber es ist wirklich gute Arbeit“, sagt noch der Polizist in Deutschland mit Bewunderung, wenn er das gründlich und methodisch ausgeräumte Tätigkeitsfeld des Einbrechers überblickt.

Sebastian HaffnerGeschichte eines Deutschen / die Erinnerungen 1914 – 1933