evil hate: Right-Wing Terror

Memo an mich

Christchurch

Ich sah es. Das selbst gedrehte Video des Terroristen. Es war verstörend widerlich. Entscheidet selber, jedoch ist zu empfehlen sich vorher mit dem Bösen an sich auseinanderzusetzen. Ich meine gründlich. Die Art wie das Böse von der Welt denkt. Zeitlos und widersprüchlich. Wie verdammt präsent es ist, neben einem steht. Ein reales Phänomen, dessen Macht wir tagtäglich spüren.

By Piotr Jabłoński

Absurd makaber die Aufnahmen im Auto des Killers. Gesetzestreu im Straßenverkehr unterwegs in voller Uniform. Da abbremsen, hier Blinker setzten, da bei Rot anhalten. Man könnte meinen, jemand fährt nach Hause. Im selben Augenblick bemerkt man mehrere Schussfeuerwaffen und Magazine auf dem Beifahrersitz. Sie sind vollgekritzelt mit Namen, Orten, Jahresangaben, auch Nazi Symbolik ist erkennbar. Alte Schlachten: Christen gegen Muslime. Auserwählte gegen Eindringlinge. Aus dem Radio schrillt ein aus den 90er Jahren bekannter Folksong, ein Lob auf den Kriegsverbrecher Karadžić. Die Glorifizierung eines Völkermordes. Aufgepeitscht von solchen Liedern brachten Paramilitärs und Freischärler von 1992 – 1995 unvorstellbares Grauen über Bosnien und Herzegovina.

Der Begriff „ethnische Säuberung“ wurde zum Hauptbegriff einer menschenverachtenden militärischen Strategie. 2019 läuft der Track im Radio des Christchurch Terroristen, dieser wirkt beim Fahren beinahe entspannt, ruhig und routiniert, aber auch vorbereitet. Im Angesichts dessen, was gleich passiert, wirkt alles noch absurder. Keine Hand zittert, obwohl in wenigen Minuten durch diese Hand 49 Menschen, beim Beten in der Al-Noor-Moschee, das Leben verlieren werden.

Der Killer sendet live über das Internet. Ganze 17 Minuten lang (!). Die bewusste Vernichtung einer Glaubensgemeinschaft. Alle sollen sein Werk betrachten. Schüsse werden abgegeben, kurze Pause, dann wieder Schüsse. Menschen fallen zu Seite, werden herausgerissen aus dem Leben, von ihren Familien, in einem Augenblick, von Ort und Stelle genommen, der zuvor noch Gott bestimmt war. Der Killer kommt Gott zuvor. Abwesend, lauernd, unfähig zur Empathie, dem Nichts ergeben, die Perversion der Zerstörung. Der Killer läuft weiter, sucht, lädt nach, hält Ausschau. Der Plan geht auf; ein Triumph des Bösen.

Auf der Spieleplattform Steam gab es allein gestern über 100 Tribute an den Christchurch Terroristen : Valve Removes Over 100 Steam Tributes To Suspected New Zealand Shooter

Ist er einer von uns? Einer von uns, so wie Breivik, der Gekränkte, der Enttäuschte? Der eine aus Norwegen, der andere aus Australien. Legitimierte Massenmörder erzogen nach den Werten und Prinzipien der westlichen Welt. Beide sahen sich zu höheren Zielen berufen, als Mitglieder einer internationalen Kampfgemeinschaft, der Fantasie zur Selbstentfremdung verfallen, war es ihre Pflicht zu morden.

Hier zu Schule gegangen, hier die perfiden Gedanken weitergesponnen, hier zugeschlagen. Der Hass auf Migranten und Flüchtlinge. Die Passion für automatische Schusswaffen. Der tiefe Glaube die Übernahme eines Kontinents aufhalten zu müssen. ‚White Man‘ wird zurückgedrängt und wird immer mehr zur Minderheit im eigenen Land. Es wuchert der Islamhass. Es wuchert der Hass auf Juden. Heldentum, Militarismus, der Drang gehört zu werden, es vereint sie noch mehr, die pure Verachtung für Gesellschaft, Vielfalt und Kultur, für das Miteinander, eben unser ‚Way of Life‘.

Das Netz, die Strasse, alles radikalisiert. Sie sehen es jeden Tag, beinahe ist man umzingelt, in der Falle, es bleibt nur wenig Zeit. Sie fühlen sich auserwählt und bestätigt. Schließlich der Abgrund; das Bekenntnis; das Verfassen eines Textes, welches sich stolz Manifest schimpft. Darin die geistigen Ergösse eines eiskalten Massenmörders, niedergeschrieben, ins Netz gestellt, für jeden teilbar gemacht. Freiheit und Destruktivität werden miteinander verknüpft. Schließlich der perfide geplante Anschlag. Die Öffentlichkeit wird in Kenntnis gesetzt, Ihre Rache soll sich nun rumsprechen, und uns sprachlos zurücklassen.

Pay attention. Take this extremist ideology & terror threat seriously. Be wary of politicians, academics & media heads who give it a platform and spout it under the guise of „free speech“ and fighting „political correctness.“ Look out for each other. Love each other.

Wajahat Ali

e v i l

Einheizer? Englische Presse und der Islam

Es gibt keine vorgefertigte Definition des Bösen. Das Böse bewirkt eine Spaltung zwischen Geist und Körper, zwischen einem abstrakten Willen zu beherrschen und zu zerstören und dem bedeutungslosem Stück Fleisch, das dieser Wille bewohnt. Der deutsche Philosoph Schelling maß dem Bösen weit größere geistige Bedeutung zu als dem Guten. Für ihn stellte es einen finsteren, trostlosen Hass auf die materielle Wirklichkeit dar. Wenn wir Terrorismus als böse definieren, verschärfen wir das Problem; und wenn wir das Problem verschärfen, spielen wir ebenjener Barbarei in die Hände, die wir verurteilen.

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Oh Allâh, ich suche Schutz bei Dir vor der Angst und dem Leid, der Schwäche und der Faulheit, dem Geiz und der Feigheit, der Last der Schulden und davor, von jemandem überwältigt zu werden.

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Victim Support Official Page: Christchurch Shooting Victims‘ Fund