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Mein Bruder träumte davon, er wäre zum Papst gewählt worden. Er berichtete mir, was passiert war. Es muss ihn wohl sehr aufgewühlt haben, hinterließ Spuren der Erinnerung, denn auch Stunden danach, und oft vergisst man vieles, konnte er sich an Details vom Traum erinnern, so berichtete er mir sichtlich aufgeregt darüber.

Arek befand sich plötzlich in einem großen schicken Saal, um ihn herum standen andere Personen, er wusste nicht mehr wie viele, es waren wohl Diener des Pontifex, sie zupften an der weißen Soutane, halfen ihm hineinzuschlüpfen, richteten, fummelten, kontrollierten mit strengem Auge jedem Millimeter. Über die Soutane legten sie ihm einen Gürtel um – das Zingulum, ein anderer brachte die Ringe. Man setzte ihm die Pileolus auf, – das weiße Scheitelkäppchen. Die Kette mit dem schweren Papstkreuz aus Gold wurde ihm um den Hals gelegt. Es gab auch schicke Zepter für ihn – die Perula, ein Kreuzstab. Ganze drei drückten sie ihm in die Hände, ganze drei!? Massiv und auch aus purem Gold. Arek stand bloß still herum, perplex beobachtete das Treiben abwechselnd aus der ich- und der 3. Person Perspektive. Er konnte das, was gerade geschah nicht begreifen, ihn den Antichristen schlechthin, weshalb wählte man gerade ihn zum neuen Papst, den nicht praktizierenden Katholiken mit einem Sack voller Sünden?

Dennoch bot der Traum auch Platz für bisschen Drama, ein paar Schrecksekunden, den eines der drei Herrscher-Zepter war nicht mehr aufzufinden. Alle suchten eifrig danach, rannten wild umher und durchsuchten den ganzen Saal. Die Uhr tickte erbarmungslos, draußen wartete schon ungeduldig die Menge, ihre Schreie und Gebete waren deutlich im Saal zu vernehmen, ein Teil der Menschen begann zu singen. Die Welt wollte ihn sehen und es kam nicht infrage vor die Meute mit nur zwei Zeptern aufzutreten. Schließlich nach einer Weile fand sich das fehlende Kreuzstab, Arek selbst fand diesen wieder, alle atmeten erleichtert auf, nun konnte es mit der Zeremonie weitergehen, allerdings war Arek da schon wieder wach, überglücklich dem Trubel entkommen zu sein.

Ich gratulierte ihm zum spannenden Erlebnis, wir tranken schwarzen Kaffee. Trotzdem; ich wurde das Gefühl nicht los, dass er insgeheim gerne weiter geträumt hätte, gerne vor Millionen Menschen getreten wäre, als frisch gewählter Papst. Szczęść Boże!